Diät - es geht auch anders

Es muss nicht immer geraspelte Möhre, Vollkornmüsli und Mineralwasser sein. Man kann auch prima abnehmen mit Hummer, Austern, Ziegenleber und Beluga-Kaviar.

„Die Luxus-Diät“ heißt ein ebenso luxuriös gestaltetes Buch mit Goldprägung, in dem Christina Osahon 25 exquisite Vier-Gänge-Menüs zum „standesgemäßen“ Abnehmen vorstellt. Das Buch ist keineswegs ironisch gemeint. Es zeigt vielmehr, wie man extrem kalorienarm kochen und dennoch wie Gott in Frankreich schlemmen kann. Jedes Menü hat nicht mehr als 600 Kalorien und kostet nicht weniger als 35 Euro pro Person.

Es ist halt ein Kochbuch für anspruchsvolle Genießer, die nicht auf den Preis aber auf ihr Gewicht achten müssen. Wem mit Austern überbackene Artischockenböden mit Beluga-Kaviar auf Gemüsezwiebelragout nicht zusagen, kann ja die Tatar-Herzen auf Morchel-Hopfensprossensalat versuchen, oder das Mufflon-Gulasch mit Pharaonengemüse und Trüffelbandnudeln. Für Leser, die bei Zutaten wie Alfalfasprossen, Babaco oder Tonka-Bohnen in Verlegenheit geraten gibt es eine nützliche Warenkunde als Anhang. Die Autorin des Buches betreibt einen erfolgreichen Partyservice in Bonn und hat mit ihren Delikatessen schon mancherlei Prominenz verwöhnt. Die Idee zu diesem Kochbuch der besonderen Art kamen ihr bei einer gemeinsamen Fastenkur mit Freunden. Aber auch für denjenigen, der nicht unbedingt abnehmen, aber mal etwas richtig tolles Kochen will, lohnt sich die Lektüre. Man gönnt sich ja sonst nichts. mh

Christina Osahon, Die Luxus-Diät, Eichborn-Verlag, 24,90 Euro

Wild und zart

Traditionelle und neue Rezepte rund um das Thema Wild zeigt Meisterkoch Roland Jöhri in seinem auch optisch opulent ausgestatteten Rezeptband „Wild und zart“. Jöhri, Meisterkoch aus St. Moritz hat über Jahrzehnte Wildrezepte gesammelt, abgewandelt und selbst neue Kreationen geschaffen. In diesem Buch präsentiert er eine Auswahl der schönsten und besten Wildgerichte. Neben den großen Klassikern vom Hasenpfeffer bis zum Rehrücken finden sich neue und ungewöhnliche Kreationen wie Carpaccio-Variationen, mit Wildfleisch gefüllte Ravioli oder asiatisch inspiriertes Rehfilet im Reisteig. Als Ergänzung schlägt der Autor passende Beilage und eine große Auswahl an süßen und pikanten Soßen vor. Abgerundet wird alles durch diverse Dessertempfehlungen.

Die Schwierigkeitsgrade der Rezepte sind unterschiedlich, allerdings wird mancher Hobbykoch bei der Beschaffung der Zutaten an Grenzen

stoßen: Nicht überall dürften zum Beispiel Gämse oder Murmeltier erhältlich sein. Doch auch in diesem Falle bleibt dem Leser zumindest ein wahrer Augenschmaus beim Betrachten der toll fotografierten Gerichte. mh Roland Jöhri, Wild und zart, AT Verlag, 29,90 Euro

Basic Cooking

Wo Basic draufsteht, sind auch Basics drin: wirklich alles, was man braucht, um schnell gut zu kochen. Das neue Allroundkochbuch bietet Basic Know-how zu Einkauf, Vorrat, Garmethoden und Küchengeräten, dazu Lieblingsrezepte von Großmutters Klassiker bis zum In-Snack und von der Suppe bis zum Dessert - mit pannensicheren Anleitungen und Tips & Tricks von zwei Profis in punkto Koch- und Esskunst. Für den erhöhten Funfaktor sorgt die trendige Gestaltung und eine Schreibe, die Lust aufs Kochen, Essen und Genießen macht.

Sehr zu empfehlen im ersten Stadium der Kochbegeisterung.

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Kochbuchrezession von Kochbär Michael Horn

Erstklassig kochen mit zufälligen Zutaten, das verspricht „Das Restekochbuch“ von Karl Kirsch. Der Autor scheint damit eine Marktlücke im breitgefächerten Kochbuch-Angebot zu schließen. Denn wer kennt das nicht? Man hat aus hochwertigen Zutaten ein leckeres Gericht gezaubert und am Ende bleibt etwas übrig, was zum Aufwärmen am nächsten Tag einfach zu wenig, aber zum Wegwerfen viel zu schade ist. Hier hilft Kirsch mit pfiffigen Tipps und ein bisschen Küchenkunde aus dem scheinbar wenigen etwas recht achtbares zu zaubern.

Der Autor wendet sich mit seinem Buch nicht an rezepthörige Köche, die ihrer elektronischen Küchenwaage mehr vertrauen als ihrem geschmacklichen Einfühlungsvermögen. Das Restekochbuch ist viel mehr eine Inspirationsquelle für alle, die mit ein wenig Küchenerfahrung Spaß daran haben, etwas neues auszuprobieren. Alphabetisch geordnet, zeigt eine Vielzahl von Einträgen, was man mit Restzutaten von Aal bis Zwiebeln am besten anfängt. Vorgestellt werden außerdem Gerichte, vom Risotto bis zum Auflauf, die sich besonders gut als Resteverwerter eignen.

Das Buch bietet aber auch für jene Leser, die nicht gleich zum Löffel greifen wollen, recht humorvolle Kurzweil. Denn Kirsch setzt sich in seinen Rezeptvorschlägen auch mit eher absonderlichen Zutaten auseinander: Wie verwendet man Igel (in Lehmhülle backen), ganze Wale (am besten gefüllt mit einem Propheten) oder Vogelspinnen (die gegrillten Beine sind das Leckerste)? mh

Karl Kirsch, Das Restekochbuch, Eichbornverlag, 14,95 Eurorobert

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www.Die-Kochbaeren.de (Montag, 8. Dezember 2003)